Archiv für den Monat März 2018

Umbautipps: Basisfahrzeug C

Basisfahrzeug C
Fahrwerksmerkmale VW Typ 11 (Limousine) und Typ 15 (Cabrio): kurzer Vorderwagen mit Kugelgelenk-Vorderachse und Schräglenker-Hinterachse (Mehrausstattung M4 oder M9) hinten.

Fertigungsdaten Typ 11: von Erstzulassung August 1968 bis 31.12.1977 / Fahrgestell-Nr. 118 071 440 – 118 2050 000

Fertigungsdaten Typ 15: von Erstzulassung 1965 bis Juli 1970 / Fahrgestell-Nr. 156 000 001 bis 150 3100 000

Das Basisfahrzeug C passt zu Ihnen, wenn Sie ein leichtes, fahraktives Fahrzeug suchen. Die Schräglenker-Hinterachse, die pro Antriebswelle zwei Gelenke aufweist, federt im Gegensatz zur Pendelachse mit einer nur geringen Sturzänderung ein und aus. Der bei der Pendelachse befürchtete Klappmesser-Effekt, der den Effekt des beim Ausfedern zunehmend positiven Radsturzes mit einer sich reduzierenden Spurweite bildlich beschreibt, kann mit der Schräglenkerachse nicht auftreten. Das Fahrverhalten des Basisfahrzeug C ist hierdurch gegenüber den älteren Fahrwerkstypen wesentlich sicherer. Für die sowohl beim Basisfahrzeug B als auch C verbaute Kugelgelenkvorderachse sind verschiedene leistungsstarke Bremsanlagen am Markt erhältlich.

 

Notwendige Änderungen Basisfahrzeug C: Dieses Fahrwerk wurde in der US-Ausführung des Käfers mit der Mehrausstattung M4 in den Modelljahren 1969 und 1970 verbaut. Baugleich damit sind die Käfer mit der Mehrausstattung M9, die mit Automaticgetriebe ausgerüstet sind (Limousine ab Modelljahr 1968, Cabrio Modelljahre ab 1968 bis 1979). Auch nach August 1970 bis Juli 1977 wurde noch eine geringere Zahl von „Sparkäfern“ mit Mehrausstattung M9 (Automatic) angeboten, die dem Basisfahrzeug C voll entsprechen. Die für eine Leistungssteigerung erforderlichen Änderungen sind im Folgenden aufgelistet.

Rahmen und Fahrwerk: Die Automaticfahrzeuge können mit Serienteilen des VW 1302 (Getriebe, Schaltstange, Fußhebelwerk, etc.) relativ problemlos auf handgeschaltete Getriebe umgerüstet werden, jedoch fehlt bei fast allen Automatic-Rahmen das Kupplungsseil-Führungsrohr im Rahmentunnel. Eine praktische Anleitung zur Nachrüstung finden Sie in Helmut Horns Buch „Käfer-Tuning mit Hand und Fuß, Band 1: Bodengruppentherapie“, das im Helmut Horn Verlag erschienen ist (ISBN 3-928593-00-5). An der Vorderachse muss die zusätzliche Vorderachsabstützung nachgerüstet werden. Stabilisator und Lenkungsdämpfer sind bereits vorhanden, die hintere Spurweite ist ausreichend. Bis zu einer Leistung von 55 kW/75 PS ist kein Tieferlegen erforderlich. Für den Einbau eines Klaus-Motors ist das Fahrzeug vorn durch Austauschen des Vorderachskörpers und hinten durch das Verstellen der Drehstäbe tiefer zu legen. Die Montage eines hinteren Stabilisators vom Porsche 944 ist in Verbindung mit einem stärkeren vorderen Stabilisator möglich. Als Stoßdämpfer kommen für das Basisfahrzeug C die verstellbaren Stoßdämpfer der Marke Koni und Gasdruckstoßdämpfer der Marke Bilstein und Sachs in Frage.

Bremse: Sollte das Basisfahrzeug rundum mit Trommelbremsen ausgerüstet sein, ist mindestens die Vorderachse auf Scheibenbremsen geeigneter Dimensionierung umzurüsten.

Räder und Reifen: Bis zu einer Motorleistung von 55 kW/75 PS sind 4 1/2Jx15 Felgen mit 165 R15 Reifen ausreichend. Bei einer darüber hinausgehenden Motorleistung sind mindestens Felgen der Dimension 5 1/2Jx15 mit 185/65 R15 Reifen vorzusehen.

Getriebe: Ab August 1972 (Fahrgestell-Nr. 113 2000 001) wurde eine werkseitig weichere Getriebeaufhängung verwendet, die an der vorderen Blechglocke und an dem hinteren, dünnen Blechträger mit den massiveren Gummimetall-Lagern zu erkennen ist. Die Aufhängung sollte daher auf die härtere Version der vorhergehenden Modelljahre umgeändert werden, um ein Aufschwingen des stärkeren Motors zu vermeiden. Hierfür muss am Chassis die Halteplatte für das vordere Gummimetall-Lager ausgetauscht werden. Dabei ist zu beachten, dass das zu verwendende Getriebe auch dann den dazu passend Schaltdeckel aufweist, da das vordere Gummimeltall-Lager ab August 72 mit drei Bolzen am Getriebe befestigt wird und die Befestigung bei den vorhergehenden Modelljahren an zwei Bolzen erfolgte. Möglich und zulässig ist auch der Einbau eines Fünfgang-Getriebes vom Porsche 911, wofür das Fahrzeug aufwändig modifiziert werden muss.

Elektrik: Das Basisfahrzeug C ist generell mit 12 Volt-Elektrik ausgerüstet.

Empfohlener Reifendruck: Der empfohlene und auch bei hohen Geschwindigkeiten bewährte Reifendruck für zwei Fahrzeuginsassen ohne Zuladung beträgt bei den genannten Reifen- und Felgendimensionen: Vorderachse: 1,8 bar, Hinterachse: 2,5 bar.

Wichtiger Hinweis: Bei allen Fahrzeuge, die im Geltungsbereich der StVZO zugelassen werden sollen, müssen die Fahrwerksänderungen, der leistungsgesteigerte Motor sowie ander zulassungsrelevanten Modifikationen in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden. Bitte klären Sie sämtliche Modalitäten und Zulassungsvorschriften unbedingt vor dem Umbau mit Ihrer Zulassungsbehörde ab!

Bitte führen Sie die beschriebenen Tätigkeiten nur aus, wenn Sie den notwendigen technischen Sachverstand und die erforderlichen Werkzeuge besitzen. Bitte beachten Sie, dass Sie für den Erfolg Ihres Umbaus selbst verantwortlich sind. Wir können keine Gewähr für die Richtigkeit der hier veröffentlichen Angaben geben.